Einsturzsimulation der Morandi-Brücke

Aus aktuellem Anlass habe ich die Morandi-Brücke simuliert, die vor genau zwei Wochen während eines Unwetters einstürzte. Das Modell ist auf Basis von unvollständigen Plänen entwickelt worden, fehlende Informationen wurden daher geschätzt.

Da der genaue Verlauf des Einsturzes noch ungeklärt ist, habe ich fünf unterschiedliche Versagensmöglichkeiten ausprobiert. Die ersten vier sind jeweils der Abriss eines der Tragseile, was die Brücke aus dem Gleichgewicht gebracht haben könnte. Der letzte Test zeigt eine Überlastung der Brücke, wie es z.B. durch sich ansammelndes Regenwasser auf und/oder innerhalb der Brücke hätte auftreten können.

Anhand der Trümmerbilder sind ggf. Rückschlüsse über den tatsächlichen Verlauf möglich.

Satellitenbild zum Vergleich:

Genoa Bridge Satellite Image

Fahrendes und gleichzeitig zerstörbares Auto

Zum ersten Mal habe ich den Bullet Constraints Builder (BCB) nicht zur Simulation von Gebäudeeinstürzen benutzt, sondern um ein Fahrzeug damit zu simulieren. Das Auto basiert auf dem originalem FEM 3D-Modell des Herstellers für LS-DYNA, somit ist eine authentische Grundstruktur zur Simulation gegeben.

Neu beim BCB ist außerdem, dass nun bereits vorhandene Constraints eines Rigs übernommen werden können und dadurch die Konstruktion von mechanisch beweglichen Teilen wie drehbaren Rädern deutlich vereinfacht wird.

Insbesondere beim Arbeiten mit dem Fracture Modifier (FM), der alle Elemente naturgemäß in ein einzelnes, großes Simulationsobjekt zusammenfasst, gehen vorher vorhandene Constraints normalerweise verloren. Der BCB hingegen erkennt diese Abhängigkeiten und kopiert sie zusätzlich mit in das FM-Objekt.

Der Vortrieb des Fahrzeugs erfolgt durch zwei Motor-Constraints, welche auf drehbaren Achsen die Hinterräder antreiben. (Eigentlich hat dieses Auto Vorderradantrieb, aber wir wollen mal nicht so genau sein. ;)) Alles Weitere passiert dann als Resultat der natürlichen physikalischen Gesetze.