Projekte und Kunst von Kai Kostack | 3D | Animation | Visualisierung | Seite 2

Turbofan Jet Triebwerk Bruchsimulation

In diesem Test habe ich den Einsatz des Motor-Constraint im Zusammenspiel mit einer komplexeren Struktur wie dem Rolls-Royce Trent 1000-Triebwerk erprobt. Zum Einsatz kamen der Bullet Constraints Builder und der Fracture Modifier in Blender. Das Constraint wurde über ein Python-Skript im External Mode des FM erzeugt. Anders ist es bislang noch nicht möglich, eigene Constraint-Konstruktionen direkt in den FM zu bringen.

Simulation eines historischen Altbaus (#11)

Für eine Reihe unterschiedliche Gebäudetypen haben wir mit der BCB-Software für Blender Verhaltens- und Einsturzsimulationen durchgeführt. Diese Gebäude sind Teil der Vitruv-Biblothek und sollen Aufschluss über die Auswirkungen von extremen äußeren Einflüssen geben sowie – bei Einsturz – Erkenntnisse über die Hohlraumbildung innerhalb entsprechender Trümmerhaufen.

Hier ist das vierte und vorerst letzte Video dieser Serie:

Simulation eines Bürogebäudes (#9)

Für eine Reihe unterschiedliche Gebäudetypen haben wir mit der BCB-Software für Blender Verhaltens- und Einsturzsimulationen durchgeführt. Diese Gebäude sind Teil der Vitruv-Biblothek und sollen Aufschluss über die Auswirkungen von extremen äußeren Einflüssen geben sowie – bei Einsturz – Erkenntnisse über die Hohlraumbildung innerhalb entsprechender Trümmerhaufen.

Hier ist das dritte Video dieser Serie:

Simulation eines Wohnhochhauses (#3)

Für eine Reihe unterschiedliche Gebäudetypen haben wir mit der BCB-Software für Blender Verhaltens- und Einsturzsimulationen durchgeführt. Diese Gebäude sind Teil der Vitruv-Biblothek und sollen Aufschluss über die Auswirkungen von extremen äußeren Einflüssen geben sowie – bei Einsturz – Erkenntnisse über die Hohlraumbildung innerhalb entsprechender Trümmerhaufen.

Hier ist das zweite Video dieser Serie:

Simulation eines Mehrfamilienhauses (#2)

Für eine Reihe unterschiedliche Gebäudetypen haben wir mit der BCB-Software für Blender Verhaltens- und Einsturzsimulationen durchgeführt. Diese Gebäude sind Teil der Vitruv-Biblothek und sollen Aufschluss über die Auswirkungen von extremen äußeren Einflüssen geben sowie – bei Einsturz – Erkenntnisse über die Hohlraumbildung innerhalb entsprechender Trümmerhaufen.

Hier ist das erste Video dieser Serie:

Automatische Modellierung von Bewehrungsstahl für Stahlbeton

Ein neues Feature des Bullet Constraints Builder für Blender ermöglicht die automatische Erzeugung von Bewehrungsstahl-Geometrie für ein Gebäudemodell, von dem ansonsten nur die Wände modelliert worden sind. Die Stahlstabdimensionen werden aus den Vorgaben des Statikers abgeleitet und auf die einzelnen Elemente adaptiert, sodass eine recht realistische Verteilung des Stahls innerhalb der Struktur entsteht. Obwohl es sich dabei nur um eine Näherung handelt, fällt es auf diese Weise leichter und gestaltet es sich intuitiver, Schwachstellen oder Fehler in den Bemessungsinformationen der Bewehrung zu entdecken.

Unser Simulations-Tool (für Blender):
Laurea University of Applied Sciences LUAS, Finland
Kai Kostack, Oliver Walter, Seija Tiainen
https://inachuslaurea.wordpress.com
https://github.com/KaiKostack/bullet-constraints-builder

INACHUS
(Technological & Methodological Solutions for Integrated Wide Area Situation Awareness & Survivor Localization to Support Search & Rescue Teams)
http://www.inachus.eu

Pro7 „Galileo“ zeigte mein Video (leider unerlaubt)

Mitte letzten Jahres liefen ca. 10 Sekunden meines YouTube-Videos mit Einsturzsimulationen zum World Trade Center auf „Galileo“ bei ProSieben. Hier kann man sich die entsprechende Sendung ansehen (2. Block ab 14:17 und ab 20:43):
http://www.prosieben.de/tv/galileo/videos/2016138-montag-wie-funktioniert-eine-verschwoerungstheorie-ganze-folge

Eigentlich wäre das ja ein Grund zur Freude, seine Werke zur besten Sendezeit im Fernsehen laufen zu sehen, wenn man denn vorher um Erlaubnis gefragt worden und ein Quellenvermerk vorhanden gewesen wäre. Beides war nicht der Fall. Da mir klar war, dass das nicht rechtens sein konnte, bin ich der Sache nachgegangen und ich möchte das Ende vorweg nehmen: Ich konnte mich mit ProSiebenSat.1 und der zuständigen Produktionsfirma auf eine Zahlung von 1.200 Euro an mich einigen.

Die Angelegenheit ist geklärt, aber warum dann jetzt dieser umfangreiche Beitrag? Nun, bei meinen ersten Recherchen zum Thema „Videoklau“ ist mir aufgefallen, dass es einige Videomacher da draußen gibt, die mit genau diesem Problem schon einmal konfrontiert worden sind, dass ein Sender einfach ungefragt ein eigenes Video z.B. von YouTube im Fernsehen ausstrahlt. Die Unwissenheit über die eigenen Rechte ist dabei groß und ebenso die Unsicherheit, wie man denn mit der Situation umgehen soll und ob man denn eine Vergütung fordern könne. Unwissend sind leider auch oft die Antworten auf derartige Hilfegesuche im Internet, darum werde ich den Ablauf, wie ich an mein Geld gekommen bin, hier einmal aufschlüsseln und den einen oder anderen Ratschlag dazu geben.

Klären wir zunächst einmal die Rechtslage. Wenn man ein Video auf YouTube hochlädt, darf YouTube dieses Video über seine Verbreitungswege zeigen, das ist ja bekannt. Fernsehsender gehören allerdings nicht zu YouTube und müssen sich daher, wie jedes andere Unternehmen und jede andere Person, an das Urheberrechtsgesetz halten. Und das besagt, dass man als Urheber das Recht auf eine Vergütung bei Nutzung des Videos hat, sowie das Recht, dass man als Urheber auch genannt wird, also eine Quellenangabe bei der Ausstrahlung vorhanden sein muss. Und wenn das nicht erfüllt ist, dann kann man es einfordern, notfalls auch gerichtlich. Wie das funktioniert, dazu später mehr.

Jetzt also zu meinem Beispiel. Das Erste, was ich tat war, mir eine Aufzeichnung der Sendung zu beschaffen. Falls es doch zum Äußersten gekommen wäre, braucht man natürlich einen Beweis. Nur allzu schnell könnte das entsprechende Video in der Mediathek auch gekürzt werden.

Danach habe ich mich über branchenübliche Honorarhöhen für die entsprechende Sendezeit und Plattform informiert, dafür kann man sich an entsprechend Branchen-spezifischen Internetportalen wie bspw. www.filmsupply.com orientieren. Dieses setzte bei einer vergleichbaren Lizenz (Reichweite, Medium etc.) wie in meiner Sache eine Lizenzierungsvergütung je nach Verwertungszeitraum von $1.199 bis $2.199 an. Es ist sinnvoll, auf diese Informationen später im Schriftverkehr hinzuweisen, um deutlich zu machen, dass die eigenen Forderungen nicht aus der Luft gegriffen sind. Auch vor Gericht kann das später ein hilfreiches Argument sein, die Angemessenheit der Forderung zu belegen.

Nach diesen Vorbereitungen konnte es nun ans Eingemachte gehen. Ich schrieb also per E-Mail an ProSieben und trug mein Anliegen vor. Man verwies mich dann an die Produktionsfirma des betreffenden Beitrages, welche in den USA sitzt. Diese war auch sehr freundlich und hat den Fehler eingeräumt und ihn mit einem Versehen erklärt. Und zwar wäre mein Video Teil eines anderen Videos gewesen, von dem man angenommen hätte, dass die Rechtslage vollständig geklärt gewesen sei. Ich fand diese Erklärung auch glaubhaft, aber ein Honorar wollte ich trotzdem, immerhin haben sie ja einen Nutzen aus meinem Video gezogen.

Nach meiner Überzeugung hat hier außerdem auch eine Fahrlässigkeit stattgefunden, denn eine einfache Suche bei Google oder bei YouTube nach „WTC Simulation“ hätte sofort die echte Quelle des Videos hervorgebracht: nämlich mich. Solch ein lockerer Umgang mit den Urheberrechten anderer kann nur dadurch verbessert werden, indem man immer wieder darauf hinweist und Forderungen stellt, damit die Verantwortlichen es überhaupt erst einmal mitbekommen.

Dann begann das Feilschen mit der Produktionsfirma. Erst hieß es, man zahle üblicherweise für ein YouTube-Video $50-$150, aber man wolle eine Ausnahme machen und 250 € zahlen. Eine E-Mail später waren es dann 300 €.

Zum Vergleich: Galileo läuft zu einer guten Sendezeit und ProSieben veranschlagt nach eigenen Angaben Werbepreise von bis zu 23.000 € pro 30 Sekunden-Werbespot. Man kann sich also leicht ausrechnen, dass eine Galileo-Ausgabe mit 28 solcher Werbeslots (Maximaldauer nach RStV) mit Werbeeinnahmen von bis zu 644.000 € verbunden sein kann. Das entspräche Einnahmen von 211,42 € pro Sekunde Galileo-Sendung und 10 Sekunden davon waren nun einmal von mir.

Nach einigem hin und her, und als sich der erwartete Widerstand zeigte, stellte ich dann einfach eine Rechnung, die sich wie folgt zusammensetzte:

    Basishonorar für Nutzung in TV und Internet: 300 €
    +100% Aufschlag wg. Nutzung ohne vorherige Zustimmg.: 300 €
    +100% Aufschlag wg. Unterlassung der Quellenangabe: 600 €
    Gesamt: 1.200 €

Dann war man wieder verhandlungsbereiter und in der Folge wurde dann weiter erhöht auf 500 € und schließlich auf 650 € als das Maximum, das man bereit wäre zu zahlen.

ProSieben erklärte mir am Rande auch noch, dass sie das mit ihrer Rechtsabteilung besprochen hätten und nicht in der Verantwortung stünden. Was natürlich totaler Quatsch ist, denn natürlich war der Sender es, der den Urheberrechtsverstoß mir gegenüber vollzogen hat, also sind sie auch haftbar dafür. Ich habe sie dann auch darüber belehrt und mit dem oben genannten Hintergrundwissen war ich natürlich nicht bereit für Entgegenkommen, denn es sollte ja auch ein bisschen wehtun. Also setzte ich eine Frist und kündigte an, die Sache meinem Anwalt zu übergeben, wenn die volle Zahlung nicht erfolgen würde.

Danach war dann erst einmal Funkstille. Es verging einige Zeit, die Frist war verstrichen und als ich bereits die Unterlagen für den Anwalt zusammengesucht habe, kam dann überraschend eine kurze E-Mail, man würde den Betrag von 1.200 € so bald wie möglich überweisen, was dann auch geschah.

Ich möchte trotzdem kurz darauf eingehen, wie es weitergegangen wäre, hätten sie nicht gezahlt. Die Rechtslage habe ich ja eingangs schon dargelegt, in meinem Fall war es also eine glasklare Sache, dass ein deutsches Gericht mir in jedem Fall Recht gegeben hätte. Das Urheberrecht ist hierzulande ein hohes Gut, das entsprechend gewürdigt wird.

Also was tun, wenn nicht gezahlt wird? Man muss natürlich einen Anwalt beauftragen. Das ist einfacher als man als Laie vielleicht denken mag, man muss insbesondere keine Angst vor unkalkulierbaren Kosten haben. Nachdem man sein Anliegen einem Anwalt seiner Wahl mitgeteilt hat, muss er zunächst ein Angebot ausfertigen, worin sämtliche Kosten und Risiken des möglichen Rechtsstreits aufgeschlüsselt werden. Zu diesem Zeitpunkt hat man noch keine Verpflichtung irgendetwas zu bezahlen und man könnte sich auch noch problemlos Angebote von anderen Anwälten einholen. Die Kosten sind allerdings in Deutschland vom Gesetzgeber je nach Streitwert geregelt, die Suche nach einem „billigeren“ Anwalt macht insofern wenig Sinn.

In meinem Fall war ich mir ohnehin so sicher, dass ich sämtliche anfallenden Kosten in Kauf genommen hätte, mit der Gewissheit, dass der Gegner, in dem Fall ProSieben, am Ende die Kosten des gesamten Rechtsstreits und damit auch die Anwaltskosten hätte tragen müssen.

Wenn man nun also mit dem Anwalt einverstanden ist, muss man eine Vollmacht unterzeichnen, dass man durch ihn bei Gericht vertreten werden kann. Ab dem Zeitpunkt übernimmt der Anwalt allen Schriftverkehr mit der gegnerischen Partei und man hat eigentlich keine Sorgen mehr. Im Idealfall kann auch ab diesem Zeitpunkt natürlich noch eine außergerichtliche Einigung erzielt werden. Die Anwaltskosten können dem Gegner dann auch durch den Anwalt ganz ohne Gericht in Rechnung gestellt werden.

Es gibt verschiedene Rechtsmittel, die man nutzen kann, die ich nur einmal nennen möchte, ohne aber zu sehr ins Detail gehen zu wollen. Es gibt das Mittel der Abmahnung mit Aufforderung zur Abgabe einer strafbewehrten Unterlassungserklärung und bei Nichtabgabe, kann dann eine einstweilige Verfügung beantragt werden, um z.B. die Entfernung von Sendungen aus der Mediathek zu erzwingen. Es bleibt natürlich zu überlegen, ob man das wirklich will. Ansonsten klagt man eben nur seine Forderungen ein, der Anwalt wird entsprechend nach Sachlage beurteilen, welches der beste Weg ist und diesen dann mit eurem Einverständnis beschreiten.

Sollte es zur Gerichtsverhandlung kommen, muss man dort anteilig bei den Gerichtskosten in Vorleistung gehen, diese berechnen sich auch nach dem Streitwert. Dieses Geld bekommt man natürlich ebenso wieder, wenn man das Verfahren gewonnen hat.

Was die geforderte Honorarhöhe betrifft, räumen Richter in aller Regel einen gewissen Spielraum ein. Wenn man zu hoch pokert, kann sich das allerdings am Ende auch nachteilig für einen auswirken. Denn wenn das Gericht den Betrag kürzen muss, weil er überzogen und branchenunüblich erscheint, dann muss man womöglich anteilig die Prozesskosten tragen.

Und wenn alles so klappt wie es soll, dann kann man sich am Ende doch noch über die Ausstrahlung freuen – so wie ich. :)

Meine Tipps in aller Kürze zusammangefasst:

  • Wenn euer Material von Fernsehsendern verwendet wurde, hakt immer nach und fordert ein Honorar!
  • Kommuniziert alles in Textform, telefonische Vereinbarungen kann man später nicht nachweisen.
  • Habt keine Angst vor Anwälten und dem Gericht; wer Recht hat, bekommt seine Auslagen zurück plus sein Honorar.

Disclaimer: Ich bin 3D-Animator und kein Anwalt, es erübrigt sich die Feststellung, dass mein Erfahrungsbericht keine Rechtsberatung eines Juristen ersetzen kann.

3D | Animation | Visualisierung